Die Audiotrends der nahen Zukunft.

Hier gilt es, ganz genau hinzuhören.

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Die Audiotrends der nahen Zukunft.

Hier gilt es, ganz genau hinzuhören.

Die 2015 durchgeführte Studie „Age of Ears“ von Facit Research untersuchte die aktuelle Nutzung von Audio in unserer Gesellschaft. Dabei stellte sich heraus, dass die 63,7 Millionen Deutschen im Alter zwischen 14 und 59 Jahren zwiegespalten sind. Die einen, rund 23,1 Millionen Menschen, hören Musik ausschließlich über UKW-Radio oder über eigene Tonträger. Die restlichen 40,6 Millionen, also fast zwei Drittel der Deutschen, hören Audio bereits heute über moderne Wege. Damit sind vor allem digitale Angebote wie Webradio, Radio-Apps, Musik-Streaming sowie Audio über Smartphones, Notebooks & Co. gemeint. Diese Gruppe wird daher oft als „digitale Audio-Society“ bezeichnet. Auch wenn die Untersuchung bereits gut zwei Jahre alt ist, zeigt sie doch eine Entwicklung sehr deutlich auf. Audio wird künftig mehr und mehr ständig und überall genutzt werden. Ein Blick in die nahe Zukunft ist daher sehr interessant. In einer Fortführung der Studie wurde daher ein Ausblick gegeben, wie die Audionutzung im Jahr 2025 wahrscheinlich aussehen wird. Grundlage dafür war eine qualitative Analyse, die auf Experteninterviews, Sekundärstudien sowie auf der aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung basiert. Am Ende kristallisierten sich sieben große Trends heraus, die Auswirkungen auf die zukünftige Nutzung von Audioinhalten haben wird. Sieben Trends, die vor allem für Werbetreibende von großer Relevanz sein dürften. Das Gute ist, ich stelle diese jetzt vor.

#1 Connected Audio
Als zentraler Motor für alle Entwicklungen im Audiobereich steht die Konnektivität als wichtigster Trend an erster Stelle. Gemeint ist damit die vollständige Verschmelzung von Audio, Web und Endgeräten. Der wichtigste Part hierbei ist das sogenannte Internet der Dinge, also die totale Vernetzung aller Gegenstände der realen physischen Welt mit den digitalen Sphären. Dadurch öffnet sich Raum für neue Produkte und Dienstleistungen, wie z. B. eine Produktbestellung via In-Car-System direkt nach einem Audiospot auf Apple Music. Dazu kommt, dass das Smartphone als ständiger Begleiter immer mehr Funktionen bündelt und zur zentralen Steuereinheit im ConnectedLife wird. Die gezielte werbliche Ansprache ist dank Location Based Services zum Greifen nah und ermöglicht zum Beispiel Innenstadtläden individuelle Angebote über eine App direkt auf das Smartphone potentieller Kunden zu senden.

#2 Social Audio
Ein Trend, der auf die sozialen Aspekte der Audionutzung abzielt. Dabei geht es in erster Linie um Momente, die man gemeinsam mit Freunden und Familie oder auch mit einer digitalen Community über soziale Medien erlebt. Der soziale Austausch wird im Audioumfeld eine immer wichtigere Rolle einnehmen. So wird sich auch das „Miteinander“ auf die virtuelle Ebene verlagern und ein Streben nach gemeinsamem Genuss der Audioinhalte wie Hörspiele, Konzerte oder interaktive Sendungen und Podcasts mit sich bringen. Dazu kommt, dass im immer größer werdenden globalen Umfeld Werte wie Regionalität und Tradition an Bedeutung gewinnen. Zur persönlichen Identifikation dient das „Regionale Ich“, was durch regionale Sendermarken und Moderatoren Orientierung erfährt. Aufgrund der wachsenden Parallelnutzung der unterschiedlichen Medien sind auditive Storys wie Podcasts und Hörbücher nicht mehr wegzudenken. Hören ist für viele zum neuen Lesen geworden. Dadurch wird gesponsertes Infotainment bzw. Content Marketing neben reiner Unterbrecherwerbung einen wichtigen Part einnehmen.

#3 Immersive Audio
Hierbei handelt es sich um eine ganz neue Verwendung von Audio. Es soll räumlich erlebbar sein und zwar in allen drei Raumdimensionen. Virtual Reality ist der Schlüssel und schafft neben einem deutlichen Mehrwert beim Nutzer auch viele neue Werbemöglichkeiten. So kann einem Hörer durch dreidimensionale Klangerlebnisse standortunabhängig der Eindruck des „live dabei seins“ vermittelt werden. Quasi auf der Poolliege im Urlaub liegend das Gefühl haben, live im Fußballstadion dabei zu sein. Dazu kommt, dass smarte Audio Devices die Stimmungslage des Nutzers erkennen werden und somit durch dynamische Kreation stimmungsbezogene Ausspielungen der Kampagnen ermöglichen. Vor dem Hintergrund dieser neuen und auch intensiveren Audioerlebniswelten empfiehlt es sich, eine eigene Soundwelt aufzubauen, um losgelöst von visuellen Reizen den Wiedererkennungswert der Marke zu sichern.

#4 Mobile Audio
Dieser vom Standort unabhängige Audiogenuss wird in Zukunft sehr stark an Bedeutung gewinnen. Neue technische Entwicklungen machen aus Kopfhörern und In-Ears Smart Devices und öffnen somit die Tür für das Tracking personenbezogener Daten und damit auch zu einer individuellen und relevanten Zielgruppenansprache. Sogenannte Wearables erleichtern zum Beispiel durch Tracking von Essverhalten oder beim Sport den Alltag und bieten große Chancen für neue Kooperationen. Spracherkennung und -synthese schaffen neue Produkte und Dienstleistungen sowie einen einfacheren Zugang zu neuer Technologie. Die nach wie vor hohe Audionutzung im Auto erfährt durch Connected Cars eine ganz neue Dimension der Kommunikation zwischen Marke und Konsument. Zum Beispiel im Stau. Dort können gezielte Audiospots oder Pushnachrichten Restaurantvorschläge, Sehenswürdigkeiten usw. ausspielen, welche nur Personen im näheren Umfeld zu hören bekommen.

#5 Individual Audio
Auch wenn sich immer mehr vernetzt und alles globaler wird, geht eine Entwicklung Richtung individualisiertem, persönlich zugeschnittenem Audiogenuss nach eigenen Vorlieben. Und die neue Audiowelt bietet viele Möglichkeiten, diese Individualisierung auszuleben. Durch die Verknüpfung von aktuellem Standort, Tageszeit und Wetterinformation kann Werbung noch persönlicher und relevanter auf den Hörer zugeschnitten werden. Das erhöht die Akzeptanz der Werbung und führt sogar dazu, dass Hörer diese bewusst in ihr Audioumfeld integriert haben möchten. Dieser Trend sorgt auch für neue Sonderwerbeformen, die zum Teil auch schon jetzt zu erleben sind. Zum Beispiel bei Spotify, wo ein Unternehmen Sponsored Sessions buchen kann. Das bedeutet, ein Unternehmen bezahlt dafür, dass eine gewisse Dauer ohne Werbung abgespielt wird, die dem Hörer dann als vom Unternehmen gesponserte Session präsentiert wird. Der Nutzer erfährt also einen ganz individuellen und direkten Mehrwert.

#6 Private Audio
In der heutigen hektischen Welt bietet Audio auch Raum zum Rückzug und zur Entspannung. Der Hörer will und kann Audiomomente bewusster und intensiver erleben. Ein persönlicher Rückzugsort entsteht. Cocooning und Homing sind die Bezeichnungen für die gesellschaftliche Entwicklung des temporären bewussten Rückzugs ins Private. Audio liefert dafür einen entscheidenden Beitrag. So wird durch Musik Wohlfühlatmosphäre erzeugt und das Eintauchen in Audioerlebniswelten, wie zum Beispiel Hörbücher, sorgt für eine wohlige Entspannung. Marken schaffen auch zum Teil maßgeschneiderte Inhalte oder „werbliche Ruhezonen“ durch den Verzicht auf Bild und Ton für ein paar Sekunden, gefolgt von einem einfachen Sprecher oder Abbinder.

#7 Love Audio
Dieser Trend macht durch seinen Namen schon deutlich, worum es geht. Die Liebe zum Hörerlebnis. Dabei steht eine Gruppe von Menschen im Fokus, die eine überdurchschnittliche Beziehung zu Audio pflegt. Es sind echte Musikliebhaber, die das Besondere suchen und auch nicht davor zurückschrecken, dafür viel Geld und Zeit zu investieren. Für sie ist auch das haptische Erlebnis wichtig. Das Revival von Vinyl und Kassette ist eine Ausprägung davon und lässt sich sehr schön für Merchandising-Artikel nutzen. Diese Personen setzten Wert auf die Ästhetik im Audiogenuss, was sich in ihrem Interesse und ihrer Zahlbereitschaft für hochpreisige Audioprodukte niederschlägt. Sie möchten einerseits einen ungestörten, werbefreien Musikgenuss, belohnen aber auch Werbung, welche nicht störend wirkt und in eine Umgebung mit exklusiven Inhalten integriert wird mit dauerhaft höherer Akzeptanz. Ein entscheidender Punkt hier ist die Qualität. Hört der Nutzer High-Resolution-Audio, darf die Qualität werblicher Inhalte im Streaming-Modus nicht auffällig schlechter sein als das Musikprogramm. Das waren die 7 wichtigsten Trend im Audiobereich, welche die nahe Zukunft oder auch schon Gegenwart stark beeinflussen werden. Wenn Sie sich ein Bild davon machen möchten, wie das konkret aussehen kann, sollten Sie unbedingt auf den Link unten klicken. Dort werden Sie nämlich zur Studie Age of Ears weitergeleitet, wo diese Trends in vier anschaulichen Zukunftsszenarien und Geschichten verpackt wurden. Ich hoffe, ich konnte Ihnen durch diesen Beitrag die Bedeutung von Audio für die Zukunft aufzeigen und freue mich über jede Diskussion oder Frage. 

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Noch nicht gefunkt? Ich beantworte gerne Ihre Fragen:

Michael Nipp

Texter
michael.nipp (at) schindlerparent.de

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